Bild: Philip Taxböck

Thurgauer Nein zum missratenen Jagdgesetz

Am 27. September 2020 stimmen wir über das revidierte Jagdgesetz ab. Aus der Sicht von Natur- und Tierschutzverbänden ist diese Gesetzesrevision gründlich missraten.

Was bringt dieses Gesetz?

Geschützte Tiere könnten «vorsorglich» geschossen werden, ohne dass sie Schaden angerichtet hätten! Im Visier einiger Bundesparlamentarier aus Gebirgskantonen war selbstverständlich der Wolf. Den Wolf auf diese Weise zu eliminieren zu wollen, ist mehr als fragwürdig: Er ist wichtiger Teil des Ökosystems und hilft, die Bergwälder (Schutzwälder!) zu erhalten, denn namentlich Hirsche richten an Rinden und Jungbäumen grossen Schaden an. Die Problemlösung per Jagdgewehr ist auch zu kurz gedacht; der nächste Wolf kommt bestimmt. Es braucht Herdenschutzmassnahmen, die nachweislich auch zur Gesundheit der Schafe beitragen. Schliesslich sei gesagt, dass schon heute geschossen werden kann; im Kanton Graubünden wurden 2019 vier Wölfe erlegt.

Tritt dieses Gesetz in Kraft, kann künftig der Bundesrat in eigener Kompetenz weitere geschützte Tiere als jagdbar erklären. Im Parlament wurden bereits die nächsten potenziellen Opfer erwähnt: Biber, Luchs, Fischotter, Graureiher.

Neu könnten die Kantone selber über den Abschuss (bundesrechtlich!) geschützter Tiere entscheiden. Die Folge wird sein, dass es erhebliche kantonale Vollzugsunterschiede geben wird. Oder anders gesagt: Pech für den Wolf, wenn er das Wallis betritt. Zu unguter Letzt: Birkhuhn, Schneehuhn, Waldschnepfe, Haubentaucher gehören zu den Prioritären Arten, bedrohte oder seltene Arten, die der Bund fördern will. Warum in aller Welt bleiben diese Vögel als jagdbare Arten 2019 im revidierten Gesetz?

Was haben sich unsere Politiker nur gedacht?

 

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